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Thema: Langer Bericht über meine ersten Schritte

  1. #11
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    Bleibt noch zu erwähnen, daß selbstauflösende Fäden auch nicht immer das Nonplusultra sind. Manche Patienten haben damit dann auch Probleme, weil sie sich eben dann doch nicht dann aufgelöst haben, wann sie es eigentlich sollten.
    Fädenziehen im Mundbereich ist an sich nicht schmerzhaft. Durch den Speichel ist es ja im Mund immer feucht, so können die Fäden nicht, wie es manchmal auf der normalen Haut passiert, verkleben, sie rutschen also prima heraus. Es kann allenfalls mal etwas ziepen, z.B. wenn der Faden sehr straff sitzt (Schwellung) und/oder das Zahnfleisch an der betreffenden Stelle noch etwas gereitzt ist.

    @Nasty: Mit einer Behandlung in Vollnarkose ist es ja leider noch nicht getan. Es wird immer Dinge geben, die man nicht machen kann, während du schläfst. Nicht nur das Fädenziehen, sondern auch andere Behandlungen.
    Bitte denke daran, daß eine Vollnarkose keine Angstbehandlung ersetzen kann. Für "das Gröbste" ist sie aber sicherlich für manche Patienten zu empfehlen.

    Gruß und weiterhin viel Erfolg
    DFA


  2. #12
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    Hallo ihr,

    sicherlich wird mir einiges unter Bewusstsein nicht erspart bleiben, sowas wie Untersuchungen oder Röntgen. Aber doch kein Fädenziehen :-/.
    Das ist ja wie nach einer Geburt. Da denkt man, man hat alles hinter sich und dann kommt der Arzt mit Nadel und Faden.
    Damit kann ich mich nicht mit anfreunden.:(
    Meine Freundin hat mir erzählt, als man ihr die Weissheitszähne gezogen hat, bekam sie auch selbstauflösende Fäden und hatte keinerlei Probleme damit. Hab ich es also jetzt richtig verstanden, dass es schon möglich ist wenn ich die Kosten dafür selbst übernehme?

    Und nochmal eine Frage:
    Als ich mich vor 2 Jahren dazu durchgerungen habe zum Zahnarzt zu gehen, meinte dieser, er müsse mir die Schneidezähne rausnehmen weil die Wurzel zerstört sei und mir dafür eine Brücke einsetzen, obwohl ich dort keine Schmerzen hatte und auch nie gehabt habe. Sie sind zwar schon überkront (glaube ich), weil ich sie mir früher als Kind bei einem Unfall stark abgeschlagen hatte. Aber sie leben ja noch und somit hätte ich doch irgendwas vom einer WUrzelentzündung merken müssen oder nicht? Ausserdem verlangte er von mir, mit ihm eine "Zahnputzstunde" zu machen, weil er der Meinung war, so wie meine Zähne aussehen, wüsste ich das nicht.Dieses sollte mich 60 DM kosten und das Geld sollte ich in bar mitbringen. Ich stimmte nicht zu und darauf hin sagte er, dass er die Behandlung nicht weiter fortsetz bevor das gemacht ist, weil es sich ja sonst nicht lohnen würde. Ausserdem wollte er mir meinen oberen gesunden Weissheitszahn rausnehmen, obwohl der Backenzahn direkt davor total kaputt war/ist bzw. das was davon übrig ist. Dann hätte er doch ebenso gut den kaputten Zahn rausnehmen können oder? Als ich die Praxis verlassen hatte kamen mir sofort die Tränen, die ich die ganze Zeit gerade noch zurück halten konnte.Und das war dann auch das letzte Mal, dass ich bei einem Zahnarzt war. Mir kam es regelrecht so vor als wolle er mich für den schlechten Zustand der Zähne bestrafen, weil ich es ja verdient habe.
    Wäre superlieb wenn ich Antwort auf diese Fragen bekommen würde. Vor allem was meine Schneidezähne betrifft.
    Vielen, lieben Dank und viele liebe Grüsse,
    Sandra
    Kann das sein was der nette Zahnarzt gesagt hat?



  3. #13
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    Wenn der ZA gesagt hat, dass die Zähne zerstört sind, wird es wohl so sein. Es muss nicht deshalb weh tun. Es ist aber unmöglich das genau zu beurteilen, ohne sie gesehen zu haben. Wenn jemanden lange nicht beim ZA war ist vielleicht auch eine "Zahnputzstunde" sinnvoll, schliesslich kann man Löcher in den Zähnen verhindern, wenn man sich richtig verhält. Wir würden bei uns einen Angstpatienten nicht gleich damit konfrontieren, aber dies wird wohl kein Angstspezialist gewesen sein. "Zahnputzstunden" werden bei Erwachsenen nicht von der Kasse bezahlt. 60 DM schein dabei günstig zu sein.
    Bei der Frage mit der Weisheitszahn könnten Sie richtig liegen, aber, wie gesagt, das kann man unmöglich per Korrespondenz beurteilen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Mats Mehrstedt


  4. #14
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    Der Aussage von Herrn Dr. Mehrstedt kann ich nur zustimmen. Ich war auch 14 Jahre nicht beim Zahnarzt. Mein ZA hat mir nach der Besprechung und der Verschaffung eines ersten Überblicks einen Zettel in die Hand gedrückt, aus der ich entnehmen konnte, was bei einer professionellen Zahnreinigung gemacht wird. Enthalten sind Tipps und Tricks für das Zähneputzen ebenso wie eine gründliche Reinigung. Ich habe mir da schon Gedanken gemacht, da ich trotz Zahnarztangst immer darauf bedacht war, die Zähne mind. zweimal täglich ordentlich zu putzen. Die gesamte Behandlung kostet bei ihm 88,- Euro und ich bin wirklich bereit, dieses Geld - trotz meiner Befürchtungen - durchführen zu lassen. Lehrgeld zahle ich gerne und wenn es zukünftig hilft Karies zu vermeiden, vermeidet es auch die Behandlung von kariösen Zähnen. Beides ist in meinem Interesse. :-)




  5. #15
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    Hallo,

    also, nix für ungut, aber, ich bin der Meinung ich weiss bestimmt wie man richtig Zähne putzt und selbst wenn ich das nicht wüsste, bräuchte ich mir nur einen Film o.ä. ansehen und das wäre bei weitem nicht so teuer. Zumal das nur eine Stunde gehen sollte. Und ich finde es unmöglich, wenn ich dem Zahnarzt sage, ich hätte das Geld nicht, dass er dann die Weiterbehandlung verweigert.
    Und wenn die Wurzeln meiner Schneidezähne so ruiniert sind, wie können sie dann noch so fest im Mun sitzen. Dann müssten sie doch rausfallen. Ausserdem zieht es im Zahn wenn ich in kaltes beisse, und das ist doch ein Zeichen dafür dass er NICHT tot ist.
    Naja, wie dem auch sei, ich hab meinen Mut mittlerweile wieder verloren
    Bis bald...

    Gruss Nasty


  6. #16
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    Hallo Nasty,
    suchen Sie doch einen zweiten Zahnarzt in der Nähe auf und fragen Sie nach einer zweiten Meinung. Sie sind auch nicht gezwungen, Geld für Putzinstruktionen auszugeben, wenn Sie dies nicht wollen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Mats Mehrstedt


  7. #17
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    Hi!

    Dank diesem Forum und einem netten, auf Angsthasen wie mich spezialisierten Zahnarzt habe ich meine ersten Schritte bereits hinter mir. Um es den anderen zu erleichtern, möchte ich Euch meine lange Leidensgeschichte und den Beginn meiner "Rettung" schildern.

    Ich fange aber am besten von vorne an zu erzählen:
    Vor der Behandlung selbst hatte ich früher keine Angst. Die schmerzende Zeit beläuft sich meistens auf kurze Momente und die Geräusche konnte ich schon immer gut ertragen.

    Das ganze begann also in meiner Kindheit beim Schulzahnarzt, der mir bzw. meinen Eltern empfahl einen Kieferorthopäden aufzusuchen. Damals war das recht einfach: Eine herausnehmbare Zahnspange täglich getragen und abwechselnd zum Zahnarzt und zum Orthopäden. Beides nicht schlimm. Dann zogen wir um und benötigten von beidem etwas neues. Der Orthopäde schickte mich wegen eines Zahns, der am Oberkiefer in zweiter Reihe wuchs (neben den anderen) zu einem Arzt, der diesen entfernte und dem ich mehrere Jahre mein Vertrauen geschenkt habe. Nach etwa drei dieser Jahre hörte er leider auf und ich bekam einen neuen Zahnarzt, dem plötzlich viele kaputte Stellen in meinem Mund auffielen, die er auch anfing zu richten. Die Plomben hielten im Schnitt 14 Tage bis drei Wochen. Es war aber nicht so schlimm. Mein Orthopäde verschrieb mir indes eine feste Zahnspange, was mich in meinem jungen Alter nicht sehr erfreute. Über die Jahre hinweg scheurerte diese regelmäßig an meinen Wangeninnenseiten und diese natürlich häufig kaputt. Kurz vor meinem 17. Geburstag wurde mir das Mundgestell entfernt, was mich sehr erfreute. Auf die Frage, was mit den Klebestellen auf meinen Zähnen sei, entgegnete mir mein netter Orthopäde, dass diese nach einiger Zeit von alleine verschwinden. Meinem Zahnarzt hatte ich damals schon gekündigt und auf Anraten meiner Schwester einen anderen aufgesucht. Dieser macht hervorragende Füllungen, von denen ich heute sogar noch eine habe. Die Klebestellen hielt er für Zahnstein und entfernte ihn an einem Schneidezahn zum 'Testen'. Die Hälfte davon verlor ich noch am selben abend kurz vor Einschlafen. Er fiel regelrecht ab. In der Nacht fing der Zahn auch noch heftig an zu schmerzen. Am nächsten Tag rief ich meinen Zahnarzt an und fragte nach einem Termin. Ich erzählte ihm vom Zahn und der tragischen Nacht. Er meinte nur, dass es nicht so schlimm sei und gab mir einen Termin etwa 2 Wochen später. Diesen nahm ich wahr und erfuhr, dass der Nerv sich entzündet hatte und diese Entzündung behandelt werden müsse. Danach hätte ich keine Probleme mehr. Die Behandlung war nicht wirklich angenehm, aber auch nicht schmerzhaft. Mir wurde der Zahn etwas aufgebohrt, etwas reingetan und mit Spachtelmasse wieder bündig mit den anderen Zähnen zugemacht. Danach fuhr ich mit dem Bus nach Hause und mußte erstmal meinen Mund voller Blut enntleeren. Der Schmerz begann schon während des Einsteigens kurz nach dem Zahnarzt und endete erst viele Tage später. Mein wehleidiger Anruf ergab, dass ich mir diesen Schmerz nur einbilden würde. In 14 Tagen würde er sich dem Problem nochmal stellen. Auch diesen Termin nahm ich noch wahr. Er sagte, dass er den Nerv entfernen müßte, was er auch tat. Wiederrum mußte er zuvor aufbohren und danch wieder zuspachteln. Die Behandlung war trotz Spritze sehr schmerzhaft und zog sich teilweise über den gesamten Oberkiefer. Er sagte nur, dass aufgrund des entfernten Nervs keine Schmerzen mehr auftreten können. Als beim Einsteigen in den Bus wiederrum der Schmerz einsetzte und der blutige Geschmack hinzukam, hatte ich mit Zahnärzten abgeschlossen. Nie wieder, sagte ich mir, gehst Du dahin. Der Schmerz war innerhalb der normalen 14-Tage-Periode weg und blieb lange weg...

    ...bis zu dem Tag, als mich meine Schwester überredete einen wirklich guten Zahnarzt aufzusuchen. Dieser Arzt war Professor und hatte sogar zwei Doktortitel. Es war etwa eineinhalb Jahre nach meinem letzten Besuch beim Zahnarzt. Angst hatte ich damals noch nicht. Ich schämte mich nur schon wegen dem mittlerweile dunkelgefärbten Schneidezahns mit den Resten der Füllung. Der Superarzt nahm mich zu sich und bat mich, den Mund aufzumachen. Schockiert rief er seine Assistentin und sagte "Kommen Sie mal her, sowas haben Sie noch nicht gesehen!". Ich schluckte, lies ihn aber gewähren. Auch er bohrte den Zahn auf, fummelte irgendwas, steckte was rein und spachtelte ihn wieder zu. Er gab mir einen Termin, den ich aber nie wahrnahm. Bereits auf der Heimfahrt - ich hatte da noch mein erstes Auto - begann der 15 Monate nicht gekannte Schmerz und auch das Bluten. Mehrfach fuhr ich rechts ran um mich zu entleeren. Meinen Schwur habe ich daraufhin wiederholt.

    Nach zehn Jahren erfolgreichem Zahnarztverzicht ohne jeden Schmerz kam dann aber das, was kommen mußte. Ausgerechnet auf einer wichtigen Veranstaltung begann ein Backenzahn auf der linken Seite zu stechen. Zuerst leicht, dann stärker, dann regelrecht brachial. Ich zuckte jedesmal in mich zusammen, blieb aber stark. Kurze Zeit später verlor ich die Plombe in diesem Zahn - hatte aber noch über drei Jahre keine Probleme mehr mit diesem. Rechts fing es vor etwa zwei Jahren richtig heftig an. Es entzündete sich schmerzhaft der vordere rechte Unterkiefer. Dann fehlte mir plötzlich ein Teil des Eckzahns vorne unten rechts. Der Schmerz war daür aber weg. Die Entzündung auch. Damit konnte ich leben. Beissen konnte ich hier schon seit längerem nicht mehr. Die Hauptsache war, dass es nicht weh tat. Letztes Jahr begann dann die Ruine links wieder aufzuleben. Eine Wand des Kraters verschwand innerhalb kürzester Zeit. Die anderen waren wacker. Die Entzündung hatte ihren Höhepunkt Anfang diesen Jahres in einer tennisballgroßen Schwellung. Das habe ich alles noch ignoriert. Seit Februar diesen Jahres wechseln sich die beiden Seiten ab. Beide sehr extrem. Teilweise waren sogar beide Seiten entzündet. Über meinem mittlerweilen schwarzen Schneidezahn bildete sich eine erbsengroße Eiterblase. So ging das nicht weiter.

    Bereits im November letzten Jahres stieß ich nachts unter starken Schmerzen auf dieses tolle Forum. Ich sah, was ich nicht fassen konnte: Ich war nicht alleine. Es war ein tolles Gefühl und ich nahm mir vor es denen nachzumachen, die es geschafft hatten. Bis März diesen Jahres habe ich gebraucht. Ich habe in meiner Umgebung (ca. 100 km von mir) einen Spezialisten für Angstpatienten gefunden. Der erste Termin war toll. Nie in meinem Leben hatte ich eine so große innere Unruhe. Die lange Zeit seit dem letzten Zahnarztbesuch und die vielen Qualen nach den Besuchen und vor allem in den letzten Jahren haben eine wahnsinnige Angst in mir aufgebaut. Der nette Doc redete fast zwei Stunden mit mir und fragte mich dann, ob er in meinen Mund sehen dürfte. Zitternd sagte ich ja und er verwies mich auf den Zahnarztstuhl. Wie ich den Weg bis dahin geschafft habe, weiss ich heute nicht mehr. Er schaute sich meine Zähne ruhig an und tastete mit einem gedrehten Instument (die Gummiseite in meinem Mund; nicht die spitze) sehr vorsichtig an meinen Zähnen. Seine Notizen machte er kurz und ohne Kommentar. Danach röntge er die schlimmsten Stellen und erzählte mir, dass es aufgrund der vorangeschrittenen Gesundheitsgefährdung besser wäre, wenn ich die erste Behandlung mit einer Art Tiefschlaf (Analgosedierung) über mich ergehen lassen würde.

    Ich war geschockt. War es nicht schon genug, dass ich zu ihm gefahren bin?! Auf einen weiteren Termin war ich nicht vorbereitet. Trotzdem - und glücklicherweise - ergab ich mich meinem Schicksal. In einer 45minütigen Operation wurden mir Reste eines Weisheitszahns und die erbsengroße Beule über meinem Schneidezahn entfernt. Vor der Behandlung bin ich etwa zwei- bis dreitausend Tode gestorben. Ich glaube das ganze Behandlungszimmer hat gezittert. Ich hatte mich nicht mehr unter Kontrolle. Die Behandlung war dann aber sehr angenehm. Ich sah keine Instrumente und es war für mich wie aus- und wieder eingeschaltet zu werden. Sicherlich war ich etwas schlapp danach, aber ich fühlte mich schon wie ein neuer Mensch. Leider mußte ich für eine weitere Behandlung noch zu einem Chirurgen. Der sollte dann alle oberen Schneidezähne einer Wurzelspitzenresidingsda (WSR) unterziehen und meine linke Backenruine entfernen. Alles natürlich in echter Vollnarkose.

    Vorher mußte ich zu einem Gespärch dorthin. Es war grauenhaft. Wie eine Schlachtbank. Bis der behandelnde Arzt mitbekam, dass ich Angstpatient war, war es fast zu spät. Ich schaffte kaum noch einen zusammenhängenden Satz. Er beruhigte mich und untersuchte mein Gebiß. Leider war auch das sehr rabiat, aber ich war nicht mehr in der Lage mich zu bewegen. Die Angst hatte mich wieder voll erwischt. Ich bekam einen Termin zur Narkosebehandlung. Diese hatte ich letzten Montag. Vorher wurde mir wieder im Mund rumgeguckt. Wieder recht grob. Und wieder begann das Zittern. Mir war alles egal. Dann kam die Injektion, von der ich überhaupt nichts gemerkt habe. Die Augenlider wurden schwer und ich war weg. Als ich aufwachte fühlte ich mich wie geteert und gefedert. Der ganze Mund tat mir weh. Und es schmeckte scheußlich nach Blut. Der Zahn war weg. Der gesamte vordere Oberkiefer komplett vernäht. Ich war noch nicht richtig wach, da hatte ich den nächsten Termin schon in der Hand und wurde beinahe rausgeworfen. Echtes Schlachthoffeeling. Den Dienstag habe ich aufgrund durchschmerzter Nacht nicht geschafft, aber ich war bereits morgens schmerzfrei. Mittwoch konnte ich schon wieder 100% im Job bringen. Heute mußte ich weider zu diesem Metzger und bekam ein Pflaster (ja, sowas gibt es tatsächlich auch für den Mund ;-) entfernt. Das war sehr unangenehm, vor allem wegen dieser rabiaten Art. Nächste Woche werden von diesem noch die Fäden gezogen. Danach kann ich endlich wieder zu meinem Spezialisten. Darauf freue ich mich schon richtig, auch wenn ich weiß, dass ich auch bei ihm wieder den ganzen Raum zum Zittern bringen werde.

    Wie man sieht, bin ich alles andere als geheilt. Aber gleubt mir, ich bin sooooo froh, das ich das alles über mich habe ergehen lassen. Ich habe nicht mehr das blöde Bonbon-im-Mund-Gefühl auf der linken Seite. Der Oberfiefer ist zwar noch vernäht, aber es schmerzt mich nichts. Die Eiterblase tat an vielen Tagen sehr weh. Sollte ich nächste Woche beim Ziehen der Fäden nicht den plötzlichen Tod sterben (wovon ich insgeheim noch ausgehe), werde ich übernächste Woche mit laufenden Instrumenten bei meinem Zahnarzt sein. Und das bei vollem Bewußtsein. Ich werde zittern und wieder einige Tode sterben, aber ich weiß jetzt, dass ich es schaffe.

    Allen Agnsthasen da draußen kann ich nur meine besten Wünsche für Eure Zukunft wünschen. Gerne würde ich Euch sagen, dass Ihr Euch ruhig trauen sollt, aber ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Geht langsam, Schritt für Schritt. Die Angst hat Jahre gebraucht um zu wachsen, sie wird ebenso recht lange brauchen, um wieder zu schrumpfen.

    Das war's jetzt aber... sorry für die Länge, aber ich mußte es einfach loswerden.


    Euer

    Karsten.



    Bearbeitet von - Karsten am 11/04/2002 22:53:00

  8. #18
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    hej nasty;
    hej alle die es auch interessiert

    noch mal zur "zahnputzstunde"
    sicher kann man die optimale putztechnik auch ueber einen film aneignen. das wäre in der tat auch guenstiger als eine individuelle schulung fuer die eigenen zähne. leider kann so etwas dann nur sehr allgemein gehalten werden.
    ich hatte auch gedacht dass meine putztechnik optimal sei. ist sie eigentlich auch schon beinahe gewesen, jedenfalls hatte ich nicht annähernd soviel zahnstein und -beläge wie ich erwartet hatte.
    und fuer unzugänglichen stellen bei meinen eigenen zähnen find ich persönlich eine individuelle unterweisung gut, weil ich nämlich dadurch genau die tricks und kniffe lernen kann, wie ich diese stellen noch optimaler putzen kann. leider glaub ich eher weniger dass so etwas auch ein video vermitteln könnte.
    by that way, ich schecke jetzt auch abends nach dem putzten regelmässig mit diesen färbetabletten ob ich die eine oder andere ecke auch wirklich sauber bekommen hab. oft sieht es alles richtig gut aus, aber ab und an gibt es noch einige eingefärbte stellen. die kann ich dann noch mal nachputzen und somit auch weiterhin meine putztechnik optimieren.

    was ich allerding wirklich auch daneben finde ist, wenn ein zahnarzt nur weil der patient sich die schulung nicht leisten kann die eigentliche behandlung verweigert. wie herr mehrstedt schon richtig schrieb, ein angstpatient sollte erst nach einiger zeit darauf hingewiesen werden, dass sich an der putztechnik hier und da vielleicht noch etwas verbessern liesse. ich denke, dass es eh schon fuer viele angstpatienten schwer genug ist ueberhaupt zu einem zahnarzt zu gehen. und dann sollte sein erscheinen ueberhaupt auch anerkannt werden. wenn vertrauen da ist kann man immer noch darauf hinweisen, dass an der putztechnik hier und da noch etwas optimierbar wäre.

    alles in allem hab ich wenn ich deine beiträge lese das gefuehl, dass du nicht so ganz zufrieben bist mit deinem zahnarzt. könnte das hinkommen?? vielleicht magst du ja noch mal mit ihm reden wie sein verhalten auf dich wirkte? wenn du mit ihm darueber nicht reden magst kannst du ihm es sicher auch sicherlich schriftlich mitteilen; per mail, fax oder brief. ich denke schon, dass er dir darauf antworten wird, und vielleicht ergibt sich daraus ja auch eine gute basis auf der ihr fuer zukuenftige behandlungen aufbauen könnt? falls nicht, steht es dir sicherlich auch frei dir einen neuen zahnarzt zu suchen, bei dem du dich mehr verstanden fuelst.

    noch was zu den zerstörten zahnwurzeln.
    in der regel fallen - soweit ich weiss - bleibende zähne nur dann aus, wenn sich der kieferknochen abbaut aufgrund von z.b. zahnfleischerkrankungen oder sonstigen krankheiten. zahnfleischrueckgang hat wohl auch einen einfluss darauf, weil es ja auch den zahn abstuetzt und somit hält.
    vielleicht kann man das in etwa mit einem einem baum vergleichen; wenn die wurzeln kaputt aber sonst noch kräftig sind bleibt der baum meistens noch lange zeit stehen. und wenn jemand um die wurzeln die erde immer weiter abträgt wird der baum ueber kurz oder lang umfallen, dann ist es wahrnscheinlich auch egal ob die wurzeln noch gesund oder schon geschwächt sind.

    und ich glaube auch dass dein schneidezahn noch vital ist, zumal es ja in ihm zieht wenn kaltes drankommt. aber ich schätze auch das zahnärzte ein ganz schönes risiko eingehen - rechtlich gesehen - wenn sie ungesehen nur aufgrund von patientenaussagen diagnosen stellen.

    ich wuensche dir dass du trotz der momentanen frustphase weiter kommen kannst.

    liebe gruesse

    hatschepsut


    @ herrn mehrstedt
    falls nötig verbessern oder ergänzen sie bitte meinen beitrag. tack så mycket

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