+ Antworten
Seite 1 von 2 1 2 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 16

Thema: Spritzenangst

  1. #1
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    794
    Spritzen sind völlig schmerzfrei wenn der Zahnarzt sich darum kümmert. Eine Therapie gegen Spritzenangst kann man beim Psychologen machen, schauen Sie bei www.dgvt.de
    Eine Therapie braucht etwas Zeit und wird mit Sicherheit bis nächste Woche nicht einmal angefangen werden können. Die meisten negativen Reaktionen auf Spritzen sind psychologisch bedingt, wegen den Ängsten, oder vasovagal, wenn etwas von dem Mittel im Blutbahn rausgekommen ist. Allergien hat man bisher nicht feststellen können. Die Konservierungsstoffe die früher Allergien verursachen konnten braucht man heute nicht zu befürchten. Hyperventilation, allerdings, kann schon zur Zusammenbruch führen, das sollte man vermeiden.
    MM


  2. #2
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    auch an den heutigen konservierungsstoffen kann man eine allergie erleiden


  3. #3
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    794
    Wenn man Ängste schüren will, kann teoretisch vieles passieren. Man kann bei der Behandlung von einem Meteoriten getroffen werden, dass wäre in etwa ein vergleichbarer Risiko. Wahrscheinlicher noch, dass man auf dem Weg dahin überfahren wird. Sagen Sie uns vielleicht bitte, wo eine solche Allergie mit Sicherheit festgestellt worden ist? In der Literatur zum Thema fehlen solchen Angaben.
    MM


  4. #4
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    Diagnostik und Reexposition bei Lokalanästhetika-Unverträglichkeit

    S. Rader, P. Pfeuffer, P. Raith, E.-B. Bröcker und A. Trautmann

    Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universität Würzburg

    Unverträglichkeitsreaktionen nach Injektion von Lokalanästhetika (LA) bei Infiltrationsanästhesien sind ein häufiges Problem in der Allergologie. Im Einzelfall besteht bis zum Beweis des Gegenteils neben psychovegetativer Reaktion und pharmakologischer Nebenwirkung (Toxizität und Intoleranz/Pseudoallergie) immer der Verdacht auf eine humoral oder zellulär vermittelte Allergie. Wir haben bei 201 Patienten die diagnostischen Untersuchungen retrospektiv ausgewertet und mit dem Ergebnis einer späteren LA-Injektion verglichen. Die Diagnostik zeigte, daß bei 99% aller Patienten entweder pharmakologische Nebenwirkungen oder psychovegetative Reaktionen für die Symptome verantwortlich waren. Nur 2 Patienten hatten Symptome einer möglicherweise IgG- oder zellvermittelten allergischen Spätreaktion. Insbesondere die Tatsache, daß nur 15% der Patienten nach diagnostischer Abklärung erneut subjektive Symptome nach einer LA-Injektion hatten, rechtfertigt die aufwendige Diagnostik. Der Wert von Hauttests und Provokationen liegt auch darin, den Patienten mit psychovegetativen Symptomen und den behandelnden Ärzten vor erneuter Anwendung eines LA die notwendige Sicherheit zu vermitteln.





  5. #5
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    794
    "Psychovegetativer Reaktion" und "Pseudoallergie" bedeutet, dass die Reaktion psychologische Gründe hat, meistens verschiedene Ängste. Nach einer kognitiven Aufarbeitung dieser Hintergründe treten solche Reaktionen nicht auf. Natürlich muss man sicher sein, dass es wirklich eine psychologische Reaktion ist und man sollte deshalb im Zweifelsfall immer zuerst einen Allergietest machen. Sollte jemals eine echte Allergie festgestellt werden kann man dann erwarten, dass es nur eine Möglichkeit in zehn sein kann, dass es sich dann um einen Angstpatienten handeln würde. Dies hier ist eine Seite für Angstpatienten; wenn Sie unbegründete Ängste schüren wollen, tun Sie es woanders. Die örtlichen Betäubungsmittel die wir haben sind meistens seit mehr als einem halben Jahrhundert bekannt und sie sind vollkommen sicher.
    MM


  6. #6
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    Sie hatten nur die falsche Behauptung aufgestellt, dass in der Literatur Hinweise auf entsprechende Allergien fehlen! Und Ich dachte es wäre gut, wenn Sie korrekte Infos bekommen. Könnte ja sein, dass Sie ansonsten einem Allergiker eine anaphylaktischen Schock verpassen, weil Sie die Möglichkeit einer Allergie negieren.
    Ein verantwortungsvoller und gut ausgebildeter Zahnarzt/Arzt würde doch so etwas nie tun -oder?


  7. #7
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    794
    Wie Sie vielleicht gesehen haben wurde hier bei gerade einmal 2 von 201 extra in die Universitätsklinik überwiesenen Extremfällen von einer "möglicherweise" allergischen Spätreaktion gesprochen. Festgestellt wurden sie nicht. Übrigens habe ich, wenn ich von der Literatur gesprochen habe, von der internationalen Literatur gesprochen. Der hier zitierte Zeitschrift gehört nicht zu den Zeitschriften, die in Medline zitiert wird, möglicherweise weil sie sich nicht nach den internationalen Vorschriften für wissenschaftliches Arbeiten hält.
    MM


  8. #8
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    Wenn ich die Hand vor die Augen halte, dann kann ich auch nichts sehen!


  9. #9
    Junior Member
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    1
    Sehr geehrter Herr Dr. Mehrstedt,

    sicherlich ist Medline eine der wichtigsten Quellen für die medizinische Praxis, allerdings heißt das nicht, dass Quellen, die hier nicht vorkommen automatisch wissenschaftlich nicht fundiert sind.

    Sehr viele Facharbeiten sind nicht "kostenfrei" über Pubmed zu recherchieren, sondern Teil kostenpflichtiger nationaler und internationaler Datenbanken. So auch dieser Artikel, den ich Ihnen gerne gleich per E-Mail zukommen lasse.

    Meine persönliche Meinung dazu - selbst wenn die Allergie psychosomatisch sein sollte, ist sie dennoch ernst zu nehmen und nicht als "kann nicht sein" einzustufen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Schnuffel



    Bearbeitet von - Schnuffel am 04/09/2005 12:39:44

  10. #10
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    794
    Eine Allergie ist nicht "psychosomatisch". Wenn eine Reaktion "psychosomatisch" ist, ist es keine allergische Reaktion. Da die meisten Zahnärzte keine psychologische Grundausbildung besitzen, werden deshalb häufig psychologische Reaktionen für allergische Reaktionen gehalten. Wie man in diesem Artikel sehen kann, hatten mindestens 99 % der Patienten, die an die Uniklinik überwiesen wurden, eben mit Sicherheit psychologische Reaktionen gehabt. Die meisten davon hatten keine solche Reaktionen mehr, nachdem man sie aufgeklärt hatte, dass es sich nicht um allergischen Reaktionen handelte. Klärt man den Patienten vorher auf kann man sich sowohl diese Reaktionen ersparen, die für den Patienten äusserst unangenehm sein können, als auch den Besuch bei der Uniklinik. Es wäre eine tolle Sache, wenn Zahnärzte während der Grundausbildung wenigstens eine einzige Vorlesung zur Psychologie erhalten könnten, und vielleicht auch vermittelt werden könnten, wie man eine psychologische Reaktion von einer allergischen Reaktion unterscheiden kann. Dann könnte man sich diese Quälereien ersparen.
    Nochmal; wir arbeiten hier ausschließlich mit Angstpatienten, und sie werden vor der Zahnbehandlung als Bestandteil der Angsttherapie bei Bedarf über diesen Themen aufgeklärt und wir gehen auf allen Fragen und Gedanken ein die der Patient zum Thema hat. Deshalb sind solche Reaktionen bei uns extrem selten und höchstens bei Spritzenphobikern zu beobachten.
    MM


+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein