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Thema: Unterschied

  1. #41
    Junior Member
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    Lieber Herr Mehrstedt,

    sie schreiben: wenn man schmerzfreie, kontrollierbare Zahnbehandlungen erfahren darf.....

    Dazu ist es notwendig dies auch erstmal zu wollen. Es ist doch nicht viel anders als z.B bei Alkoholikern auch !! Es muss doch zunächst mal "klick" machen. Man muss sich doch erstmal darauf einlassen "wollen". Dazu gehört dann wieder das loslassen von vergangenem.
    Mir gings vor Jahren was Angst betrifft ähnlich. Allerdings in einem anderen Bereich. Wobei aber Panik Panik ist und Angtst eben auch Angst.
    Auslöser war bei mir persönlich ein sehr schwerer Unfall auf der Autobahn bei dem ich von einem LKW mit 120 km/h in die Leitplanke geschleudert worden bin und nach Abprall von dort rückwärts über die 3 spurige AB in eine Schallschutzmauer und dort zum stehen kam.

    Auto Schrott - ich selbst nur ne Beule am Hinterkopf.

    Aber die Panik vorm fahren war riesengross. Der Gedanke mich in ein Auto zu setzen verursachte mir schon Magenkrämpfe. Blieb mir keine Wahl als zu fahren musste ich oft anhalten weil ich anfing durchzudrehen, anfing zu Hyperventilieren.
    Nur nach gut 6 Monaten fragte ich mich selbst was dies soll und was ich eigentlich will.
    Will ich meine Angst besiegen oder soll sie mich besiegen ?
    Wenn ich immer wieder daran denke was mir passieren kann, ist es besser den Führerschein abzugeben, aber habe ich dafür dann vor Jahren 2000 DM bezahlt ? NEIN !!!
    Also habe ich mich wieder ins Auto gesetzt. Schritt für Schritt, immer paar Kilometer weiter. Heute fahre ich auch wieder zu meinen Verwandten die 300 km weit weg wohnen.

    Und ähnlich sehe ich dies auch. Man kann seine Angst überwinden, man muss es eben nur wollen.
    Wenn ich aber immer nur das schlimmste annehme, dann wird dies nie was.

    Und zu Zähnen ? Mein persönlicher Alptraum wurde war als ich den 22er im Sommer verlor.
    So rumlaufen ? Gerade im Frontbereich eine Lücke ? NEIN !!!
    Also musste "ich" was tun.
    Und ich habs getan, wie schon erwähnt. Wenn es auch lange lange gedauert hat bis ich den für mich richtigen Arzt hatte.

    Nun, als guter Psychologen (wenn auch nicht geschult) möchte ich meinen ZA auch bezeichnen. Zumindest was mich persönlich betrifft.
    Denn was mir persönlich am meisten geholfen hat angstfrei zu sein, waren nicht tolle Erklärungen, sondeern einfach die Art wie er sich gegeben hat. Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und so als wenn man sich schon ewig kennen würde.
    Mit Humor lag er bei mir zumindest gold richtig !!

    So, das war mal wieder meine Stellungnahme dazu.

    Ansonsten wünsche ich allen hier ein Frohe besinnliche Weihnachten und das ganze dann noch möglichst ohne Schmerzen !!

    Es grüßt

    Butterfly








  2. #42
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    Hallo,
    Sie reden von Ihren eigenen Erfahrungen. Ich habe aber mehrere tausend Phobikern gesprochen und beschäftige mich beruflich mit Ängsten. Daher kann ich sagen, dass wenn es nur an dem Willen ligen würde, dann hätten wir kein Problem. Niemand möchte gern unter Ängsten leiden, niemand möchte gern den Arbeitsplatz verlieren weil die Frontzähne zusammenbrechen und niemanden möchte sich gern über Jahrzehnte in die Wohnung zurückziehen weil man sich nicht unter die Leute traut. Sie hören sich an wie viele Zahnärzte - "kaufen Sie sich eine Zahnbürste, dann haben Sie das Problem nicht". So einfach ist es nicht.
    Frohe Weihnachten,
    Mats Mehrstedt


  3. #43
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    "Und ähnlich sehe ich dies auch. Man kann seine Angst überwinden, man muss es eben nur wollen.
    Wenn ich aber immer nur das schlimmste annehme, dann wird dies nie was."

    Oralophobie ist eine psychische Erkrankung und die ist nun mal mit dem Willen nicht zu heilen. Aber ich glaube, wahrscheinlich haben Sie gemeint, man muss den Willen haben, sich helfen zu lassen und das Problem zu lösen.

    Und jetzt erst mal friedliche Weihnachten an alle.




  4. #44
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    Genau Herr Dr. Macher !!

    Das ist das was ich eigentlich sagen wollte. Habe mich nur nicht richtig ausgedrückt. Ist manchmal in soclehn Foren etwas schwierig die richtigen Worte zu finden.

    Liebe Grüße

    Butterfly


  5. #45
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    Oh Schreck, oh Schreck, oh Schreck ...
    Nach 8-wöchiger Abstinenz habe ich mal wieder ins Forum geschaut und nun dieses!
    Ich gehöre zu den Zahnbehandlungsangstpatienten die schon seit der Kindheit mit Zahnbehandlungsproblemen zu kämpfen hat. Mit 21 Jahren habe war ich schon auf Grund meines katastrophalen Gebisszustandes in einer Zahnklinik in Behandlung, aber niemand dort hat mich auf meine Ängste angesprochen und ich selber dachte ich bin das einzigste derartige Wesen auf der Welt. Nachdem ich meinen Mund aufgemacht hatte, wurden alle Studenten erst einmal um mich herum gesammelt ... Nicht nur die Studenten, auch die Profs, Dozenten, Ausbilder brauchen eine gehörige Portion an psychologischer Zusatzausbildung!!!
    Ich habe die Behandlung (mit Schwierigkeiten)durchgehalten und danach hatte zum Glück Ruhe, etwa 10 Jahre ... Über Mundpropaganda schaffte ich es zur Behandlung bei einer netten Zahnärztin, aber auch sie sprach mich nicht auf meine (eigentlich ziemlich offensichtlichen) Zahnbehandlungsängste an. Dass Zahnbehandlungsängste behandlungsbedürftig sind ... auf so eine Idee bin ich gar nicht gekommen. Ich dachte: Das ist mein Schicksal und ich bin die einzigste mit so einem Schicksal.
    Durch Zufall bin ich auf dieses Forum und auf die Nachbarforen gestoßen ... und es tut gut zu wissen, dass ich nicht das einzigste derartige Wesen bin.
    Die Foren haben mir viel Stärkung gegeben und nach weiteren 8 Jahren Behandlungspause habe ich es vor Kurzem wieder zur Behandlung geschafft. Geschafft habe ich es durch die positiven und auch durch die kritschen (!!!!)Betroffenenberichte in den diversen Foren und durch das Wissen, dass es Zahnärzte gibt, die Patienten wie mich -trotz meinem Zustand- als Mensch vollwertig nehmen.
    Alleine schon das eben gesagte hatte für mich "therapeutische" Wirkung.
    Über ein Forum bin ich auf meine jetzige Zahnärztin aufmerksam geworden. Sie selber behandelt zwar einige Angstpatienten, sagt aber von sich, dass sie keine Spezialistin ist (und selber verwundert war ins Forum gesetzt worden zu sein). Die erste Begegnung hatte ebenfalls "therapeutischen" Charakter. Ich wollte erst mal nur ein Gespräch und sie nahm sich eine ganze Stunde Zeit für mich! Und nicht nur das, sie gab mir (trotz meines Katastophenzustandes)Stärkung und Hoffnung mit. Meine Behandlung fängt zwar jetzt erst an, aber ich glaube ich werde dort alt ...
    Ich denke Spezialisten sind gut, aber wenn ein gewisses Einfühlungsvermögen für Angstpatienten da ist(dazu bedarf es Aufklärung, aber nicht unbedingt ein Psychologiestudium)dann sind normale Zahnärzte genauso gut.
    Die Chemie muss stimmen, wenn sie stimmt, dann kann auch die Behandlung funktionieren, da haben Hatscheput und Claudine vollkommen recht. Bei einer Zahnbehandlung kommt mir ein Behandler so nah, wie ich sonst keinen Fremden an mich rankommen lasse (mit Ausnahme meiner Frauenärztin)und wenn da die Chemie nicht stimmt, dann ist die wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass es (wieder) schief geht.
    Ansonsten sind auch die "Spezialisten" nur Menschen und ebenfalls wie wir alle auch, haben sie ebenfalls mal schlechte Tage, auch kann die "Chemie" nicht immer stimmen, und dies hat mit der Qualifikation nichts zu tun!

    Erschreckt und abgeschreckt haben mich in den vorangegangenen Beiträgen nicht die kritischen Anmerkungen.
    Erschreckt und abgeschreckt haben mich die aggressiven und herabsetzenden Töne und Bemerkungen der Spezialisten. Wenn meine Zahnärztin hier in so einem Ton geschrieben hätte, ich wüsste nicht ob ich dann noch das Gefühl hätte, dass ich bei ihr als Patientin alt werde. Aber sie hat ja nicht hier geschrieben und so kann ich ja dem nächsten Termin nächste Woche zuversichtlich entgegensehen!
    Viele Grüße an alle!
    P.S. Zensur kann nie der richtige Weg sein


  6. #46
    Junior Member
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    5
    Hallo!

    Ich hätte gern gewußt, worin der Unterschied von einem "normalem" Zahnarzt zu einem Zahnarzt, welcher Angstpatienten behandelt, besteht. Erfolgt die Behandlung anders?
    Danke für Antworten!

    Gruß S@bine


  7. #47
    Administrator
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    Hallo,
    ich glaube, wir diskutieren hier im Kreis und kommen immer wieder auf die gleichen Feststellungen zurück. Ich bitte Sie deshalb, diese Diskussion zu beenden. Gleichzeitig wiederhole ich meine Feststellung, dass Psychologie ein wissenschaftliches Fach ist, dessen Studium manchmal länger dauert als das Studium der Zahnmedizin. Es ist deshalb eine ungeheure Geringschätzung dieses Wissenschaftszweiges, wenn man meint, man könne ein Mehrjähriges Studium durch "Chemie", "Einfühlungsvermögen" oder "Naturtalent" ersetzen. Wenn dem so wäre, könne man ja die Zähne beim Klempner oder beim Friseur behandeln lassen, hauptsache die "Chemie" stimmt.

    Zahnbehandlungsängste sind sehr komplex und deshalb sind nicht alle Menschen mit solchen Ängsten mit den gleichen Methoden zu helfen. Wer "nur" einige schlechte Erfahrungen gehabt hat und sonst psychisch stabil ist kann leicht geholfen werden, wenn der Zahnarzt nur freundlich ist und den schlimmsten psychologischen Fehlern meidet. Etwa 70 prozent der Menschen mit Zahnbehandlungsängsten haben aber gleichzeitig andere psychologische Probleme und was ein Zahnarzt dann wissen muss um sich richtig zu verhalten ist nicht angeboren sondern muss gelernt werden. Übrigens würde die Vermittlung von psychologischen Kenntnissen während des Studiums der Zahnmedizin vorbeugend wirken, so das die Behandlungen, die zu einem manchmal jahrzehntelangen Quälerei mit Ängsten und Zahnverfall gar nicht erst entstehen würde.
    So wie die politische Entwicklung im Moment aussieht werden die Patienten, die mehr Zeitaufwand bedürfen, wohl zunehmend unter die Räder kommen. Man braucht sich deshalb nicht extra darum zu bemühen, die wenigen Kollegen, die bereit sind bei den Behandlungen zuzuzahlen, zu vertreiben. Wenn sich nichts radikales im Gesundheitswesen ändert, und demnach sieht es nicht aus, werden die Spezialisten bald weg sein. Zumindest werden sie bestimmt keine Nachfolger finden. Dann sind alle auf die "Chemie" angewiesen, die man auf Kosten der Kasse in 15 Minuten pro Quartal bekommen kann.
    Mats Mehrstedt


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