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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahnbehandlungsängste



Mehrstedt
24.11.2017, 02:03
10% der deutschen Bevölkerung leiden nach einer Untersuchung unter schweren Zahnbehandlungsängsten. Dies ist über 8 Millionen Menschen. Da dies jedoch nur diejenigen waren, die mit Zahnbehandlungsängsten im Wartezimmern saßen, dürfte die Zahl eher bei 10-15 Millionen liegen. Wohl eher Richtung 15. Betroffene kommen aus allen Gesellschaftsschichten, aber diejenigen, die wirtschaftlich schlechter gestellt sind sind härter betroffen als mehr wohlhabende Menschen. Das Gesundheitssystem hierzulande ignoriert dieses Problem. Es ist auf Akkord aufgebaut, so dass Zahnärzte, die sich auf Umsatz konzentrieren, möglichst viele Patienten pro Stunde durchschleußen müssen und am liebsten sich auf zahlungskräftige Menschen konzentrieren. Dies ist für Menschen mit Zahnbehandlungsängsten außerst ungünstig. Sie haben in diesem System nicht viel zu sagen. Deshalb ist es wichtig, dass Informationen über dieser Teil der Bevölkerung besser bekannt gemacht werden kann. Selbst habe ich Seminare für Zahnärzte gehalten, Bücher und Forschungsarbeiten veröffentlicht, diese verschiedenen Politikern und Institutionen zur Verfügung gestellt, ich bin in verschidenen Internetforen zum Thema aktiv gewesen, aber es ist ein langer Weg. Die meisten Zahnärzte scheinen der Meinung zu sein, dass die Behandlung von Angstpatienten wirtschaftlich uninteressant, wenn nicht sogar ruinös ist. Dies liegt aber hauptsächlich an deren fehlende Ausbildung zu diesen Problemen. Untersuchungen zeigen, dass Zahnärzte, die mit Angstpatienten konfrontiert werden, sich meistens völlig falsch verhalten. Sie tun eher das Gegenteil von dem, was sie eigentlich hätten tun sollen; Entweder, sie fangen an zu schimpfen; "Wieso kommen Sie erst jetzt?", "Stellen Sie sich nicht so an", "Haben Sie denn keine Zahnbürste?" - oder sie versuchen das Problem zu verharmlosen. Beides führt nicht dazu, dass der Patient sich verstanden fühlt. Meistens kommt er/sie dann auch nicht wieder. Dabei gibt es aber in der Psychologie sehr gute Kenntnisse über wie Ängste entstehen und was man dagegen tun kann!