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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kritik?



lanny
03.10.2007, 10:40
piratpantau67

Natürlich ist es ein Risiko zu antworten , doch sollte jeder auch einmal den Mut aufbringen zu sagen was er denkt.
Denn ohne etwas zu erfahren ist auch nichts veränderbar.
Natürlich wird im Forum jeder der einmal in der Praxis behandelt wurde froh gewesen sein einen rücksichtsvollen ZA gefunden zu haben und deshalb in seiner Euphorie alles ein wenig drastischer darstellt als es gewesen ist.
So die Schmerzfreiheit.
Ich persönlich glaube nicht an die absolute Schmerzfreiheit,(obwohl ich früher schon einmal schmerzfrei behandelt wurde) jedoch an die Minimierte.Das kommt wohl eher der Realität gleich und so sind die meisten Patienten wohl froh nur erträgliche Schmerzen hinnehmen zu müssen.Aber auch dabei verliert die Angst an Gewicht, na jedenfalls soweit das man es immer wieder wagt in die Praxis zu gehen.
Und das ist sschon ein riesengroßer Fortschritt.
Was das Personal betrifft dürfen wir nicht vergessen das eine psychologische Schulung sicherlich nicht bei ihnen statt findet.Es beschränkt sich auf Höflich- und Sachlichkeit, was zwar ein bischen wenig für Angsthasen, jedoch ausrechend für Patienten ist.
Nein wir müssen uns damit schon zufrieden geben das wir schon mehr als normal bekommen, alles Gute trifft niemals zusammen.
Demnach Zähne, soweit vorhandenzusammen beißen und durch!
LG



Bearbeitet von - lanny am 03/10/2007 11:41:09

Mehrstedt
03.10.2007, 11:10
Man kann natürlich nicht allen 100% gerecht werden, das ist nicht möglich. Abgesehen von unseren Azubi haben aber alle unseren Helferinnen viele Jahre Erfahrung mit Angstpatienten und wir hören öfters, das Patienten mit den Helferinnen sehr zufrieden sind.
Wir reden auch während der Behandlung mit den Patienten, aber wir hinterfragen vielleicht häufiger das Befinden des Patienten als wir das Wort "Angst" benutzen. Angst ist ja das, was wir nicht haben wollen und deshalb wollen wir nicht unnötig daran erinnern. Bei Angstpatienten haben wir auch immer ein Erstgespräch gehabt, wo dieses Thema gründlich besprochen worden ist. Ich möchte mal behaupten, dass jeder Angstpatient bei uns bei jeder Sitzung während der Behandlung mehrmals gefragt wird ob die Betäubung ausreichend ist usw. Wenn die Zahnsanierung beendet ist empfehlen wir für den Anfang Kontrollterminen in relativ kurzen Abständen, weil die Angst dazu neigt, nach einiger Zeit "nachzuwachsen". Hier benutzen wir tatsächlich häufiger das Wort "Angst". Wer etwas länger in Behandlung gewesen ist wird auch feststellen, dass wir in regelmässigen Abständen unseren Patienten darum bitten, die Fragebögen zur Angst und Lebensqualität wiederholt auszufüllen.

Auch die Tatsache, das der Patient zur Behandlung kommt, sagt uns einiges über seine Angst. Wer z.B. 15 Jahre nicht beim Zahnarzt war und jetzt 10 Mal hintereinander gekommen ist zeigt damit, das er Fortschritte macht. Darüber sprechen wir auch häufiger. Wir haben auch einen Überblick über wie oft Termine versäumt oder abgesagt werden, da dies ein Zeichen von Angst sein kann, und unterhalten uns öfters mit Patienten, die in dieser Hinsicht auffälliger sind.

Die Helferinnen sind dazu angehalten, sich nicht während der Behandlung untereinander zu unterhalten, es sei denn, es ist aus beruflichen Gründen unumgänglich. Angstpatienten sind häufig auch von Schamgefühlen geplagt und befürchten, das zahnärztliche Personal könnte sie wegen ihren Zähnen oder ihr Verhalten kritisieren. Es ist deshalb nicht gut, wenn hinter dem Rücken des Patienten Konversationen stattfinden, deren Inhalt der Patient nicht ganz mitbekommt, aber er könnte denken, man spricht über ihm. Deshalb meiden die Helferinnen solche Gespräche. Der Patient soll ja im Mittelpunkt sein, daher sind Privatgespräche unter den Helferinnen während der Behandlung strikt untersagt.

Übrigens werden unseren Patienten, wie anderswo üblich, nicht im Liegen behandelt, sondern im Sitzen oder leicht zurückgelehnt. Dies entscheidet der Patient selbst.

Wir sind aber für Kritik dankbar und werden versuchen, daraus zu lernen. Man kann sich immer verbessern und das versuchen wir auch.

MM

lanny
03.10.2007, 11:53
Sehr geehrter Dr.Mehrstedt,
selbstverständlich ist es nicht möglich es allen Patienten, Angst lasse ich bewußt weg,recht zu machen.
Nur glaube ich das selbst in Ihrer Arbeit, die Sie nun schon viele Jahre tätigen, eine gewisse Routine eingetreten ist, sein muß!
Nur wir Patienten sind nicht routiniert, im Gegenteil.
Durch diese Routine besteht die Gefahr das auch wir Patienten durch unserem Verhalten einer Schubladen nicht entgehen können.
Letztendlich geht es nur darum die Realität so weit wie möglich darzustellen.
Schmerzfreiheit, die Absolute(im Laufe vieler Behandlungsterminen) gibt es nicht das soll sich jeder bewußt machen, jedoch dabei nicht vergessen das eine Reduzierung Dieser bei Ihnen unumstitten möglich ist.
Selbstverständlich außerhalb einer VN!
Da aber viel Schmerzfreiheit proklamiert wird entstehen Hoffnungen die nicht "immer" erfüllt werden können .Bei Unwissenheit des Patienten könnte das ein erneustes Desaster hervorrufen , er fällt noch weiter zurück als er schon war.
Ich möchte nur darauf hinweisen das es keine Kritik um der Kritik Willen geht sondern auch Negativerfahrungen, wenn auch im kleinen Rahmen belasten sehr!
Ehrlichkeit ist die wichtigste Voraussetzung um Vertrauen aufbauen zu können, was auch beinhaltete einmal sagen zu können, los werden, womit man nicht so gut zurecht kommt.
Da Vertrauen immer auf Gegenseitigkeit beruht sind wir am Ende alle Gewinner..

Mit freundlichem Gruß
lanny



Bearbeitet von - lanny am 03/10/2007 12:56:31

optimist
03.10.2007, 17:54
Hallo,
als Betroffener möchte ich gerne zu 2 Punkten, zu denen Du u.a. schreibst, meine Erfahrungen schildern.
Zum Thema schmerzfreie Behandlungen kann ich sagen, dass ich lediglich ein Mal Schmerzen bei einer Behandlung verspürt habe.
Von einfachen Füllungen bis zu Wurzelbehandlungen und Zähne ziehen "durfte" ich bisher alles schmerzfrei erleben. Schmerzen hat einmal eine Spritze verursacht, wobei ich dazu sagen möchte, dass ich wohl auch ein "schmerzsensibler" Mensch bin, bzw. ständig erwarte, das etwas Schmerzen verursacht.
Zum Punkt Zahnarzthelferin habe ich die Erfahrung gemacht, das diese mich während einer Behandlung immer wieder fragt, ob es noch gehe, oder ob alles in Ordnung sei.

lanny
04.10.2007, 11:00
Hallo,
als Betroffener möchte ich gerne zu 2 Punkten, zu denen Du u.a. schreibst, meine Erfahrungen schildern.
Zum Thema schmerzfreie Behandlungen kann ich sagen, dass ich lediglich ein Mal Schmerzen bei einer Behandlung verspürt habe.
Von einfachen Füllungen bis zu Wurzelbehandlungen und Zähne ziehen "durfte" ich bisher alles schmerzfrei erleben. Schmerzen hat einmal eine Spritze verursacht, wobei ich dazu sagen möchte, dass ich wohl auch ein "schmerzsensibler" Mensch bin, bzw. ständig erwarte, das etwas Schmerzen verursacht.
Zum Punkt Zahnarzthelferin habe ich die Erfahrung gemacht, das diese mich während einer Behandlung immer wieder fragt, ob es noch gehe, oder ob alles in Ordnung sei.





Optimist, was die Sensibilität betrifft stehe ich dir nicht nach. Ich wartete schon immer während der ganzen Behandlungszeiten im Laufe des Lebens , auf Schmerzen und "Oh Schreck" wenn keine da waren, doch ging es nur darum das man sie nicht immer ganz ausschließen kann.
Es ist doch unbestritten das Dr. Mehrstedt alles tut was in seiner Macht steht um uns die Behandlung zu erleichtern, dahin sollte der Kritikpunkt auch nicht führen.
Was die Angestellten betrifft muß ich sagen das die selbst die Wartezeit im Behandlungszimmer versuchen es einem möglichst leicht zu machen.Es stimmt sie fragen nach.
Nur diese Damen triffst du nicht sofort an, sondern gehst wohl wie alle erst enmal zur Anmeldung.Und da muß ich dir sagen, so meine Erfahrung, reduzierte sich wirklich alles auf Papiere, KK Karte, ...was ich vollkommen verstehe nur ein Lächeln, würde sicherlich die Papiere nicht durcheinander bringen.
Man steht schon beineschlotternd da , da glaube mir ist man für alles dankbar was ein bischen zwischenmenschliches auf kommt.
Schade nur das man die Nerven nicht hat in der Praxis selbst darüber zu sprechen, denn das wäre viel einfacher weil die virtuelle Welt doch alles nicht so rüber bringen kann wie man es meint.

RiekeLuka
04.10.2007, 14:37
Hallo zusammen

Ich habe es hier gelesen und mir ist spontan etwas dazu eingefallen...
Ich war ja noch nie in der Praxis, kenne also die Gegebenheiten und die Geflogenheiten auch nicht, doch ich kann von mir sagen, das ... angesprochen werden auf meine Angst oder auf Schmerzen, für mich etwas ist, das ich furchtbar finde.
Der Gedanke allerdings, das da HINTER dem Stuhl, also ja in meinem Rücken, Menchen sind die nicht reden in mir schon jetzt ein seltsames Gefühl auslöst. Das das Wort Angst, wann immer es geht vermieden wird finde ich sehr gut, ist doch das sich schämen, das es so ist alleine schon schlimm genug, da muss nicht noch deutlicher werden, das es auch noch bemerkt wird :)
Natürlich wissen es alle, doch sich selber ein wenig betrügen, in dem man zumindest versuchen kann so zu tun als wüsste es keiner, macht einen vielleicht doch etwas unauffälliger :)

Also, ich bin immer gespannter auf diesen Termin, und es ist ein gutes Gefühl, das in mir die Neugier wächst, denn was gibt es sonst für eine Motivation die besser geeignet ist ?

lG
Rieke Luka

Das Leid bringt die standhaftesten Seelen hervor; die stärksten Charaktere sind von Narben gezeichnet.
© E.H. Chapin

lanny
05.10.2007, 09:01
Rieke Luka


Ich kann dich beruhigen es gibt niemanden der hinter deinem Rücken schweigend steht, so jedenfalls war es bei mir nicht. Im Gegenteil die Helferinnen waren immer sichtbar und unterhielten sich mit mir, antworteten auch sofort wenn ich etwas fragte .
Das Wort Angst ist nie gefallen ,das ich Sie habe wissen sie.
Wie ich schon schrieb ist es schwer virtuell das rüber zu bringen was man meint, irgendwann , wenn die Angst noch kleiner geworden ist wird bestimmt jemand , falls Interesse das sagen was er meint.
Doch versichern kann ich dir das es in der Praxis nicht anders abläuft wie du es bisher erlebt haben solltest.(also Wartezimmer(Wohnzimmer) sitzen, meist nur ganz kurz, ins Behandlungszimmer geholt werden)
Der gewaltige Unterscheid ist jedoch das dich ein unwahrscheinlich viel Ruhe ausstrahlender ZA begrüßt, die typischen ZA Praxis Gerüche gibt es nicht, keine Hektik, die Chance selbst zu bestimmen, mit dem Doc reden und auch das Stopp anwenden zu können.
Du siehst viele Vorteile, nutze sie du wirst froh sein wenn du den ersten Schritt gewagt hast.
Ich wünsche dir ganz viel Mut, Kraft und Durchstehvermögen damit du ganz stolz auf dich die Praxis wieder verlassen kannst.

LG
lanny

piratpantau67
05.10.2007, 09:01
hallo,

auch ich bin seit jahren ein sehr "ängstvoller" patient. wie froh war ich damals dr. mehrstedt zu entdecken.
herr dr. mehrstedt hat mich immer sehr gut beraten.
alles, was er an meinen zähnen machte, ist absolut super geworden. die behandlungen selbst, waren dank ihm, zügig, rücksichtsvoll und schmerzfrei.
auch die kleinigkeiten wie ein tv im wartezimmer oder, dass dr. mehrstedt seinen klienten nicht noch den weisskittelbluthochdruck zumutet sind sehr schön.
die beratung hinsichtlich der zahnsanierung geht immer sehr schnell, ich traue mich kaum nachzufragen. aber damit kann ich leben, da ich dr. mehrstedt total vertraue.

ich empfinde die atmosphäre leider oft als nicht sehr schön. die helferinnen sind gerade so höflich.

es wird auch nie gefragt, ob es mit der angst einigermassen geht. das keine längeren gespräche stattfinden, ist selbstverständlich, aber eine kurze nachfrage müßte doch machbar sein.
man liegt in dem stuhl, hinter einem 3-4 menschen und fast stille. das ist schon sehr eingentümlich.
da ich manchmal patienten zu zahnärzten begleite, unter denen auch angsterfüllte sind, konnte ich miterleben, wie dort dem menschen zugewand reagiert wurde.
das fehlt mir hier leider sehr.

mfg