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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich suche einen Rat



Mehrstedt
23.08.2007, 14:29
Sehr geehrte(r) J.H.,

Vollnarkosen macht man eigentlich nur dann, wenn es anders nicht gehen sollte (und das ist selten) oder wenn so viel zu tun ist, dass der Patient kein Ende sieht und eventuell dadurch entmutigt wird. Da Sie sagen, dass Sie sich in der Front bohren lassen können ohne das es Sie was ausmacht, denke ich, dass es möglich sein muss, Sie ohne Vollnarkose zu behandeln.
Wenn ein Zahnarzt gesagt hat, dass alle Zähne erhaltungswürdig sind, dann würde ich zumindest denken, dass dies die richtigere Meinung ist und mindestens noch einen Kollegen konsultieren. Wenn die Zähne zu erhalten sind, sollte man es auch tun.

Ein Würgereiz kann manchmal mit der Angst zusammenhängen, weil es eine Abwehrmechanismus ist. Der Würgereiz geht manchmal weg, wenn die Angst abgebaut wird, aber nicht immer. Es gibt auch einige Menschen ohne Angst, die Würgereiz haben. Man kann dann Übungen machen, z.B. das der Zahnarzt Sie einen Abdrucklöffel oder so etwas mitgibt, mit dem Sie zu Hause üben können. Man kann dann Schritt für Schritt lernen, diesen Abdruckslöffel im Mund länger und länger zu halten, ohne das der Würgereiz ausgelöst wird.
Wenn eine Zahnbehandlung dringend sein sollte, so dass man keine Zeit für diese Übungen hat, kann man auch mit der Hilfe von Beruhigungsmitteln eine Zahnbehandlung durchführen. Sowohl die Angst als auch der Würgereiz wird dann ausgeschaltet oder zumindest erheblich abgeschwächt. Eine solche Behandlung nennt sich "Sedierung" und kann entweder intravenös (Nadel im Arm) zusammen mit einem Narkosearzt oder auch in Form von Tabletten gegeben werden. Sie müssen dann allerdings eine Begleitperson mitbringen.

Mit freundlichen Grüßen,
MM

angst1000
23.08.2007, 14:29
Sehr geehrter Herr Dr. Mehrstedt,

seit geraumer Zeit verfolge ich das Forum und habe festgestellt, dass ich mit meinem Problem "Angst" nicht allein stehe. Ich habe eine ca. 8-jährige "ZA-Abstinenz" nach traumatischen Erlebnissen hinter mir und habe jetzt versucht, meine Angst zu überwinden. Bisher habe ich Glück, dass im Zahnfrontbereich keine schadhaften Stellen vorhanden sind und auch sonst noch kein Zahn "verloren" gegangen ist. Mir ist aber bewusst, dass im hinteren Bereich etwas getan werden muss. Jedoch wurde mir der Mut gleich wieder genommen, obwohl man mir in der ZA-Praxis am Telefon versicherte, auf meine Fälle spezialisiert zu sein. Nach dem Röntgen wurde mir in unsensibler Weise mitgeteilt, dass ein Zahn entfernt werden muss (wobei man auch "gleich die 4 Weisheitszähne mit entfernen sollte, die benötigt man eh nicht zum Kauen und einige andere Zähne müssten auch saniert werden, so dass man dies alles in einem Ritt erledigen könnte") und dies nur in Vollnarkose auf Grund des Umstandes der ängstlichen Verhaltensweise erfolgen sollte (angemerkt sei, dass ich privat versichert bin und die Kosten somit erstattungsfähig sind).
Nach diesem kurzem Abriss nun zu meinem Problem:

Eigentlich würde mir das Bohren im vorderen Zahnbereich nichts ausmachen, sobald aber mit Wasser und den Instrumenten sowie den Hilfsmitteln (Röllchen etc.) im hinteren Zahnbereich gearbeitet wird, leide ich extrem an einem Würgereiz, der in den letzten Jahren meine Angst "geschürt" hat. Obwohl mir vom jetzigen Behandler immer wieder die Vollnarkose suggeriert wird, stellt sie für mich eigentlich, auch im Hinblick auf die Risiken, die auftreten können, die letzte Behandlungsalternative dar.

Meine Fragen:
1. Kennen Sie Möglichkeiten, wie man diesen Würgereiz "ausschalten" oder zumindest den zeitlichen Intervall des Auftretens vergrößern kann?
2. Empfehlen Sie aus meiner Sicht eine Behandlung in Vollnarkose?
3. Ich habe mal gelesen, dass auch die Möglichkeit einer konntrollierten Sedierung besteht. Wäre dies eine Alternative zur Narkose?
4. Vor ca. einem viertel Jahr habe ich bereits schon mal einen ZA konsultiert, zu dem ich Vertrauen hatte. Aus beruflichen Gründen hat es jedoch einen Umzug gegeben, so dass die große Entfernung für jede Behandlung nicht machbar wäre und mir nichts anderes übrig blieb, einen neuen ZA zu konsultieren. Nun hat mir der erste ZA aber mitgeteilt, dass alle Zähne erhalten werden könnten. Wie soll ich mich jetzt auf Grund der unterschiedlichen Auskünfte verhalten? Eine weitere Meinung einholen?

Ich hoffe, dass es Ihnen möglich ist, meine Fragen zu beantworten und möchte mich im Voraus dafür bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

J. H.