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ZahnbehandlungsängsteSämtliche Bilder von Mats Mehrstedt, Öl auf Leinwand.

Untersuchungen zeigen, daß über die Hälfte der Bevölkerung ängstlich ist, wenn sie zum Zahnarzt geht und etwa 10 Prozent haben so viel Angst, daß sie sich nur bei extrem starken Schmerzen dazu bringen können, zahnärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 10 Prozent der Hamburger Bevölkerung wären etwa 170 000 Menschen. Rund 3 Prozent (50 000 Hamburger) gehen unter gar keinen Umständen zum Zahnarzt, sondern halten lieber jede Art von Zahnschmerzen aus als daß sie zum Zahnarzt gehen.

Die Verbreitung von Zahnbehandlungsängsten scheint auf der ganzen Welt, soweit sie untersucht worden ist, etwa gleich zu sein. Kulturelle Unterschiede spielen demnach eine relativ untergeordnete Rolle.

Vergleichszahlen zu den Zahnbehandlungsängsten in den nordamerikanischen und den westeuropäischen Ländern liegen vor aus Brasilien, Japan, Taiwan, Indonesien, Singapore, Russland, Israel, Australien, Neuseeland und der Volksrepublik China.

Warum bekommt man Zahnbehandlungsängste?

Zahnbehandlungsängste sind nicht angeboren, sondern werden gelernt. Die meisten, leichteren Zahnbehandlungsängste liegen im normalen Bereich für Angstreaktionen auf unangenehme Ereignisse. Ängste können aber zu einem Problem werden, wenn sie sich in physiologischen, oft unkontrollierbaren und übertriebenen Angstzuständen und Ausweichverhalten zeigen. Faktoren, die die Entwicklung von Zahnbehandlungsängsten begünstigen, sind frühere negative Erfahrungen bei Zahnbehandlungen, die Beobachtung von Angstverhalten bei Freunden oder Familienmitgliedern sowie allgemeine Ängstlichkeit. Zahnbehandlungen, auch wenn sie schmerzhaft und unangenehm sein sollten, haben nicht auf alle Menschen die gleiche Wirkung. Verschiedene Menschen scheinen unterschiedlich auf vergleichbare Situationen zu reagieren. Umweltfaktoren und genetische Faktoren können die Fähigkeit, mit traumatischen Erlebnissen umzugehen, beeinflussen.

Wer leidet unter Zahnbehandlungsängsten?

Jeder kann von Zahnbehandlungsangst betroffen werden, wenn die Erfahrungen, die man bei Arzt- oder Zahnarztbesuchen gesammelt hat, schlimm genug waren. Da Menschen aber unterschiedlich empfindlich sind, häufen sich die Zahnbehandlungsängste überwiegend bei Bevölkerungsgruppen, die entweder besonders viele Streßbelastungen ausgesetzt sind oder weniger gut mit Streß umgehen können. Die Menschen, die unter Ängsten leiden, sind deshalb meistens jünger, da die Ängste mit zunehmendem Alter in der Regel abgeschwächt werden. Frauen, jüngere Menschen, Menschen aus ethnischen Minderheiten, mit weniger Einkommen oder weniger Ausbildung haben durchschnittlich mehr Zahnbehandlungsängste als diejenigen, die männlich oder älter sind, mehr Ausbildung haben oder wohlhabender sind. Etwa die Hälfte der Menschen, die unter Zahnbehandlungsängsten leiden, haben auch andere psychische Probleme wie Ängste, Depressionen oder Panikattacken. Sie konsumieren im Durchschnitt mehr Alkohol und Drogen als andere, und sie leiden häufiger an psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen.

Wie kann Zahnbehandlungsängsten abgeholfen werden?

Angst ist eine Abwehrmechanismus. Hätten wir Menschen keine Ängste gehabt, wären wir schon längst von den Raubtieren gefressen und ausgestorben. Ängste können aber zu einem Problem werden, wenn sie so stark geworden sind, daß sie es uns zum Beispiel sehr schwierig machen, die Zähne zu pflegen oder zahnärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nur weil man große Ängste hat, muß man aber nicht für immer darunter leiden. Ängste können wirklich unter Kontrolle gebracht werden. Da Zahnbehandlungsängste gelernt sind, können sie mit Hilfe der Verhaltenstherapie abgebaut werden. Eine Vielzahl dieser Methoden können für die Behandlungssituation beim Zahnarzt angepaßt und eingesetzt werden.