+ Antworten
Seite 1 von 2 1 2 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 13

Thema: Behandlung in Vollnarkose?

  1. #1
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    788
    Wenn Sie bei einem Angst-Spezialisten in Behandlung sind werden Sie sicher gründlich vorbereitet und bekommen dort alle Fragen beantwortet.
    Die Behandlung bei Vollnarkose ist dadurch begrenzt, dass der Patient einen Schlauch im Mund hat und deshalb nicht zubeissen kann. Man kann auch dem Patienten nicht beliebig lange in Narkose halten, deshalb ist die Zeit begrenzt, die zur Verfügung steht. Füllungen kann man sehr wohl unter Vollnarkose machen. Es gibt einige Sachen, wie Wurzelfüllungen oder Zahnersatz, wo man mehr als eine Sitzung braucht. Ausserdem haben wir heute das Problem mit der Budgetierung; hier in Hamburg bekommen wir z. B. von der Kasse maximal etwa 80 Euro pro Patient und Quartal, in anderen Teilen Deutschlands ist es ähnlich. Es ist also schwer, eine Totalsanierung nach vielen Jahren Zahnarztabstinenz in dem Budget hineinzubekommen.
    MM


  2. #2
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    Hi Harrybeau,

    Wenn du einen versierten Anaesthesisten hast, dann ist der auch in der Lage dich endonasal zu intubieren, d.h., wenn der Beatmungsschlauch durch die Nase gelegt wird, dann ist das mit dem zubeissen auch kein Problem mehr.

    Und das mit dem Budget ist auch kein so großes Problem, denn wenn bei ein paar anderen Patienten die 80,-€ nicht aufgebraucht werden, dann steht für dich mehr Geld zur Verfügung und ein guter Zahnarzt sollte ja wohl seine Patienten so weit durchsanieren können, dass bei den dann nur noch notwendigen Kontrollen nicht das gesamte Budget aufgebraucht wird.


  3. #3
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    788
    Lieber Gast,
    ich weiss nicht, ob Sie sich so gut mit der Budgetierung auskennen? Was Sie sagen stimmt nur, wenn man zu einem Zahnarzt geht der sonst nur wenige Angstpatienten hat. Bei uns hier in Hamburg sind knapp 80 Prozent Phobiker. Wenn man also eine Behandlung von 2000 Euro braucht können Sie ausrechnen, wieviele Patienten der Zahnarzt sehen muss, um das auszugleichen. Wenn bei einem Patienten nichts zu tun ist bleibt beim Budget vielleicht 50 Euro über. Das sind also nicht "ein Paar" Patienten, sondern 40. Unter den Umständen kann man vielleicht zweimal die Woche einen Angstpatienten sehen. Und das ist nur unter der Voraussetzung, dass die anderen niemals einen Behandlungsbedarf haben, was wohl kaum der Fall ist.

    Wir arbeiten bei uns in der Regel nicht mit Intubation, weil dies für den Patienten oft mit Nachbeschwerden verbunden ist, sondern mit einer Laryngealmaske. Diese verursacht keine Irritation bei den Stimmbändern.
    MM



    Bearbeitet von - mehrstedt am 27/10/2004 09:06:20

  4. #4
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317

    ...Wenn man also eine Behandlung von 2000 Euro braucht... .
    Donnerwetter 2000,-€(!). Das bedeutet ja ca. 60-80 Füllungen (bei max. 32 Zähnen) und dann kommt noch das Geld für den Zahnersatz obendrauf.

    Wir arbeiten bei uns in der Regel...
    ...mit einer Laryngealmaske.
    Geht denn da nicht der Schlauch durch den Mund? Da kann man dann ja bestimmt nicht so gut sehen und eine Bißkontrolle ist ja dann auch nicht möglich. Leidet dann nicht die Qualität der Versorgung?

    Eine Frage noch: Wie verliert eigentlich der Patient während der Narkose die Angst?


  5. #5
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    Donnerwetter 2000,-€(!). Das bedeutet ja ca. 60-80 Füllungen (bei max. 32 Zähnen) und dann kommt noch das Geld für den Zahnersatz obendrauf.

    Du vergißt das nicht jedeer Patient bei seinem kaputten Zähnen noch genug Material hat um eine Füllung zu stabil einzusetzen. Bei den Phobikern eher die wenigsten. Da werden dann aufwändigere Lösungen nötig. Außerdem besteht eine Behandlung nicht nur aus Materialkosten. Ein Team aus Zahnarzt, Narkosearzt und Helferin verschlingt alleine personalkostentechnisch diese 80 Euro in deutlich weniger als einer Stunde. Dazu kommen dann noch Kosten für Medikamente, Geräte, Miete, etc...


    Eine Frage noch: Wie verliert eigentlich der Patient während der Narkose die Angst?

    Das steht auf der Hauptseite dieses Forums:
    http://www.traumzahnarzt.de/methoden2.htm

    Zitat: "Vollnarkose - Dies ist eine Möglichkeit, eine sehr umfangreiche Behandlung in kurzer Zeit hinter sich zu bringen, ohne daß man dabei Ängste spüren muß. Es wird aber dabei kein neues Verhalten gelernt. Um die Ängste wirklich abbauen zu können, wird Narkosepatienten empfohlen, sich nach der Narkose in einer zahnärztliche Angstbehandlung zu begeben."

    Also: gar nicht.


  6. #6
    Junior Member
    Registriert seit
    Oct 2004
    Beiträge
    5
    Zuerst mal danke an Dr. Mehrstedt und alle anderen die sich mit meinem Problem befassen.

    Dass bei einem Budget von 80,- Euro eine VN nicht drin ist, das ist mir vollkommen klar.
    Ich bin auch nicht davon ausgegangen, dass bei jedem künftigen Zahnproblem gleich eine VN gemacht werden muss. Ich würde gerne schmerzfrei!!! einen Zahnstatus erreichen, der mir eine Weiterbehandlung ermöglicht ohne dass ich stundenlang bei vollem Bewusstsein Arbeiten in meinem Mund ertragen muss. Ich kann mir vorstellen, dass ich mit einiger Übung und bei kleinen positiven ZA-Erlebnissen durchaus bei einem vertrauensvollen ZA eine halbe Stunde durchhalten kann. Bei einigen Berichten im WWW haben Betroffene geschildert, dass sie z.T. mehr als 3 Stunden im Behandlungsstuhl gesessen haben. Bei allem Respekt für die sicher anstrengende Arbeit des ZA kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass ein Angstpatient solange eine Behandlung durchsteht.


  7. #7
    Administrator
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    788
    Da haben Sie recht. Drei Stunden sollte man dem Patienten nicht zumuten. Ganz kurze Termine sind wichtig, wenn man mit einer Angstproblematik arbeitet.
    Wir lassen keine Therapien an der Budgetierung scheitern. Wir haben etwa alle 4 Wochen 2 Narkosetage, obwohl die 80 Euro schon bei der Vorbereitung meistens verbraucht sind. Wir müssen zwar Miete und Gehälter bezahlen aber Geld ist sonst nicht alles.
    MM


  8. #8
    Junior Member
    Registriert seit
    Oct 2004
    Beiträge
    5
    Danke für die schnelle Antwort. Die hat mir doch etwas Mut gemacht. Ich habe am 8.11. bei Dr. Wiegand einen Termin und hoffe!!! dass ich dort endlich meine Angst besiegen kann und mir als Lohn dafür gesunde Zähne winken.

    Gruß harrybeau


  9. #9
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    ... aber Geld ist sonst nicht alles.

    Puh, Herr Mehrstedt, das beruhigt mich aber wieder. Im Laufe dieses Themas hatte ich den Eindruck, als ob sie es sich nicht mehr leisten könnten, Angstpatienten zu behandeln.



  10. #10
    Senior Member
    Registriert seit
    Nov 2001
    Beiträge
    317
    hmmmm, ich verstehe die Rechnung noch nicht so ganz.

    Also 80% Angstpatienten. 2000,-€ pro Behandlung und pro Patient gibts 80,-€.
    Das bedeutet dann ja pro Patient ein Minus von 1940,-€.
    Wie lange kann denn das gut gehen? Ich drücke Ihnen, Herr Mehrstedt, die Daumen, dass Sie uns noch lange erhalten bleiben, damit wir Angstpatienten noch einen so tollen Zahnarzt finden können.


+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein