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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der ersteSchritt



Mehrstedt
06.07.2007, 23:43
Hallo,
nach vier Jahren muss wohl wieder von vorn angefangen werden. Ich weiss nicht wer Sie sind, aber normalerweise dürften Sie schon mindestens einen Gesprächstermin gehabt haben. Narkosepatienten müssen uns auch versprechen, nach der Narkose an einer Therapie teilzunehmen. Allerdings kann es ja sein, dass man nach mehreren Jahren nicht mehr so genau weiss, was da gesagt wurde. Wir gehen nun demnächst in den Sommerferien. Eine Weiterbehandlung kann dann erst frühestens im August stattfinden. Schreiben Sie lieber einen Mail, damit wir wissen, wer Sie sind. Wir können Ihre Probleme sowieso nicht hier in der Öffentlichkeit diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Mats Mehrstedt

LittleAlien
10.07.2007, 00:37
Ich habe beschlossen, hier meine Geschichte kurz zu schildern, um euch Mut zu machen.
Seit meiner Kindheit leide ich an Angst vorm Zahnarzt. Eine verpfuschte OP, ein falscher Zahnarzt und eine Menge Probleme. Dann wurde ich 28 und fragte mich, wie das weiter gehen soll. Ich nahm die gelben Seiten und klapperte sämtliche Zahnärzte ab, denn seit Wochen hatte ich unendliche Kopfschmerzen. Es sollte sich herausstellen, dass alles was mein letzter Zahnarzt gemacht hat, wieder entfernt werden musste. Bei dem Gedanken daran starb ich 5 Tode.
Und unter all diesen Zahnärzten fand ich eine, die nicht nur ihr Handwerk versteht, sondern sich auf Panikpatienten spezialisiert hat und Methoden entwickelt hat, um helfen zu können.
Heute habe ich 2 Zähne abgeschliffen bekommen. Mehr als 2 Jahre habe ich das vor mir hergeschoben und dabei war es garnicht so schlimm. Ich hatte jedenfalls viel schlimmmeres erwartet. Jetzt bekomme ich meine 2 Kronen und dann ist alles gut. Das ist es doch worum es geht. Ich lese ständig, die Leute hätten ihre Angst überwunden. Das ist totaler Blödsinn, denn wer vor etwas panische Angst hat, überwindet diese nicht mal eben und darum geht es doch auch garnicht. Die Angst geht immer mit und zum Teil ist das auch gut so.
Man kann sie nicht besiegen, aber man muss lernen mit ihr umzugehen, sie zu akzeptieren und darf sie keinesfalls leugnen. Immer, wenn ich wieder nach einer Ausrede suche, um doch nicht hinzugehen zu einem Termin, dann gehe ich einfach zum Spiegel. Am Anfang habe ich mir täglich das Elend in meinem Mund angesehen. Heute sehe ich mir die Erfolge an. Ich kann endlich wieder lachen und es ist ein Stück Lebensgefühl, das ich wieder bekommen habe. Darum geht es. Setzt euch damit auseinander, seht es euch an, spürt den Schmerz und macht euch bewusst, was man alles für Schmerzen bekommen kann, durch schlechte Zähne. Jeden Tag, immer und immer wieder. Und welcher Panikpatient hatte noch nie diesen Traum, in dem einem alle Zähne auf einmal rausfallen. Ich hatte ihn am Ende fast täglich und so wurde meine Angst vor den Folgen fast größer als die vorm Zahnarzt.
Seit einigen Monaten träume ich nicht mehr und zwar von dem Tag an, als mein erster Zahn gebohrt wurde.

Mehrstedt
10.07.2007, 19:57
Diese Ängste können schon überwunden werden, das ist kein Blödsinn. Die Psychologie ist eine eigenständige Wissenschaft und wie man Ängsten abbauen kann ist schon lange bekannt.
MM

lanny
12.07.2007, 01:43
Ich selbst bin ein Angsthase , was den ZA betrifft von dem gut behaupten kann das er nur wegläuft um sich nicht damit auseinander setzen zu müssen. So war es jedenfalls bisher.
Bis ich mich daran erinnerte das ich schon einmal im Leben panikartig reagierte und zwar in der Form das ich steigenden Blutdruck bekam, die Luft weg blieb und schließlich die Tränen nicht zurück zu halten waren.
Es war eine panische Angst vor Hunden und das obwohl ich nochh niemals gebissen wurde.
Da mein Mann und Kind jedoch ausgesprochene Hundeliebhaber sind hinderte meine Angst sie jedoch daran sich einen anzuschaffen.
So kam es das meine Freundin, die in England Urlaub machte einen Labradorwelpen mitbrachte. Dieses wusste ich nicht als nach nach ihrer Rückkehr an der Hautür kingelte. Es wurde die Tür nicht aufgemacht sondern ein Bellen, Welpenbellen begrüßte mich.
Ich lief sofort weg, rannte nach Hause wo schon das Telfon klingelte. Mir wurde erzählt das es ein Welpe von 8 Wochen sei der sich auf mich freute denn er liebte es Menschen um sich zu haben.
Ich allen Mut zusammen genommen und nochmals hingegangen. Auf dem Arm meiner Freundin war der Welpe nicht als gefährlich anzusehen, doch sofern er lief saß ich mit den Füßen auf dem Sofa.
So ging das wochenlang bis ich es einmal wagte, der Welpe war herangewachsen ,den Hund zu streicheln weil er seinen Fang auf meinen Schneckel gelegt hatte. Mir lief der Schweiß, der Hund guckte mich an und beleckte, nicht wie ich nun schon panisch dachte er würde mich beissen, meine Hand.
Um es ein bischen kürzer zu machen, nach Monaten liebte ich diesen Hund,(er überzeugte mich, gute Erfahrungen) besuchte ihn auf dem Ausbildungsplatz und freundete mich mit ihm direkt an.
Auf dem Weg zur Freundin kam kein Angstschweiß mehr auf sondern ich erfreute mich schon bei dem Gedanken wieder sehen zu können wie er mit der Rute wedelt, an mir hochspringt und auch voller Freude ist.
Irgendwann nach 2 Jahren, mein Familie war froh das ich mit dem Hund zurecht kam, sollte die Hündin Junge bekommen. Ich freute mich wahnsinnig darauf denn ich hatte beschlossen mir einen Welpen von dieser Hündin zu kaufen. Ich durfte sogar bei der Geburt meines Hundes dabei sein und konnte die Wochen sie endlich mit nach Hause zu nehmen nicht abwarten.
Die Hundemutter war jedoch immer noch an erster Stelle bei mir. Mein Hündin die nun endlich bei mir war brachte mich jedoch dazu mich mit der Psyche des Hundes auseinander zu setzen. Es wurde, je mehr ich las, lernte, immer interessanter.
Angst, nein die kannte ich bei meinem Hund nicht. Aber fremde Vierbeiner machten mir noch Sorgen. Doch auch das übte ich auf dem Hundeplatz. Fragte die Besitzer wie ihre Hunde reagieren und wußte so wie ich mit ihnen umgehen muß. Mit den Jahren, mit viel Wissen aneignen verlor sich diese Angst vollkommen, sie kam auch niemals wieder selbst heute nicht wo meine Hunde leider alles von mir gegangen sind(aAltersgründen, alle zwischen 12 und 14 Jahren)
Puhh , beihnahe vergessen!
Da ich mich derartig mit Hunden anfreundete bekam auch meine Hündin Junge, die ich alle behielt denn Trennung das lag nicht drin. So lebte ich insgesammt 17 Jahre anfangs mit einem, dann den zweiten, dritten...kurz 7 Hunden.

Wenn ich das erlebte auf den ZA übertrage heisst das für mich das ich die Angst bewältigen, sogar verlieren kann wenn ich gute Erfahrungen bei ZA sammle...
Warum sollte das nicht funktionieren?
Vielleicht liege ich falsch doch diese Vorstellung hat mir schon dahingehend geholfen das ich froh bin wenn bei mir Behandlungsbeginn ist.


Ein kleiner Nachtrag um nicht missverstanden zu werden.
Natürlich habe ich immer noch Angst vor dem ZA, vor den eventuellen Schmerzen, nur ich weiß das ich Sie verlieren kann wenn ich mich behandeln lasse.
Deshalb bin ich froh wenn dieser erste Schritt beginnt denn kaputte Zähne, nicht mehr richtig lachen, beissen zu können, nimmt einem unendlich viel Lebensqualität!

Bearbeitet von - lanny am 16/07/2007 11:03:08

Mehrstedt
18.07.2007, 11:39
Das mit der Lebensqualität ist ganz richtig. Menschen mit Zahnbehandlungsängsten haben meistens eine sehr beeinträchtigte Lebensqualität. Mehr dazu finden Sie unter IDZ-Informationen 1/07 hier:

http://www.idz-koeln.de/m3-d.htm


MM

Nessie
18.07.2007, 11:49
Hallo!

Oh nein, es ist wieder soweit,ich habe Zahnschmerzen und ertrage sie lieber, als dass ich zum Zahnarzt gehe.

Vor 4 Jahren war ich das letzte Mal bei Dr Mehrstedt und habe aus Angst einen Eingriff unter Vollnarkose machen lassen (ein Zahn und eine Zyste wurden entfernt und zwei Zähne mit Provisorien versehen). Im Anschluss hatte ich noch 2 Termine, einen zur Kontrolle,beimzweiten sollten dann die Provisorien gegen richtige Füllungen ersetzt werden. Ich habe es aber nicht gepackt und bin dem Termin fern geblieben.

Ganze Arbeit wurde geleistet, die Provesorien sind noch drin, aber dass das nicht gut ist und wie sie aussehen...dass weiß ich :(

Seit letzter Nacht plagen mich wieder Zahnschmerzen und ich kann mich nicht überwinden. Ich werde für diese Lapalien ja nie wieder eine Vollnarkose bekommen, aber anders packe ich das nicht, fürchte ich.Ich schaffe es nicht mal, in der Praxis anzurufen und einen Termin zu machen. Außerdem habe ich Angst, dass ich nicht mehr kommen darf, weil meine letzte Behandlung 4 Jahre her ist...

Ich schäme mich so :(

Vanessa